BPM Common Body of Knowledge

In den letzten Tage habe ich immer wieder mal im BPM CBOK® gestöbert. Ich finde den ersten Wurf schon sehr gut gelungen. Die EABPM hat in zusammenarbeit mit der AABPM ein Grundlagenwerk zum Thema Business Process Management veröffentlicht. BPM wird hier nicht nur als reines IT-Thema definiert, sondern beinhaltet einen sehr großen Teil an organisatorischen und fachlichen Inhalten. Das Thema BPM wird in neun Knowledge-Areas unterteilt:

Business Process Management
Dieses Wissensgebiet beschreibt und definiert die grundlegenden Elemente des BPM. Hierbei sind viele Beschreibungen und Definitionen sehr allgemein gehalten. Damit lässt sich dennoch ein einheitliches Gesamtverständnis des Themas BPM erzeugen. Es werden alle anderen Wissensgebiete des BPM kurz angerissen um dem Leser einen Überblick über ein sehr komplexes und umfangreiches Thema zu gewähren.

Prozessmodellierung
Im CBOK wird im allgemeinen keine Modellierungsnotation für Geschäftsprozesse als Standard definiert. Vielmehr werden in diesem Wissensgebiet verschiedene Modellierungnotationen vorgestellt (EPK, LOVEM, UML, BPMN). Wobei ich im verlauf des Kapitel doch häufiger das Gefühl hatte, das BPMN als präferierte Notation verwendet wird (z.B. Seite 70 Fertigstellungsgrade der Prozessmodelle: “…darf nicht zu weit vom BPMN Aufzeichnungsstandard abweichen…”).  Darüberhinaus werden auch verschiedenen Modellierungssichten, -techniken und Erhebungsmethoden vorgestellt.

Prozessanalyse
Hier werden die verschiedenen Möglichkeiten der Ist-Analyse von Prozessen aufgezeigt und verschiedene Arten der Analyse beschrieben. Man findet wieder die verschiedenen Sichtweisen auf einen Prozess (IT und fachseitig, sowie aus Managementsicht) wieder und kann anhand dessen Analysemethoden und -tiefe wählen. Vor allem die Vokabeln der Prozessanalyse werden hier ausführlich definiert und mit Beispielen verdeutlicht. Dies ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt. Denn nur wenn alle Beteiligten die Analyseergebnisse gleichermaßen verstehen können geeignete Maßnahmen eingeleitet werden.

Prozessdesign
Im Prozessdesign werden die modellierten Prozesse weiter spezifiziert. Es werden verschiedene Prinzipien vorgestellt und auch die Planung für die Umsetzung der Prozesse in einer IT-Umgebung angesprochen. Mit den Ergebnissen aus der Analyse können die neue Prozesse aufgebaut oder bestehende Prozesse optimiert werden.

Prozessleistungsmessung
Das kontinuierliche überwachen und messen der Prozesse zur Ermittlung der Effizienz und Effektivität der Prozesse wird über die Prozessleistungsmessung realisiert. Die Definition von KPI und Messmethoden sind ein wesentlicher Bestandteil. Auch die Simulation von Prozessen findet laut BPM CBOK® in der Prozessleistungsmessung statt und nicht in der Prozessanalyse.

Prozessumsetzung und -einführung
Für die Neugestaltung und Einführung von Prozessen werden verschiedene Methoden (Six Sigma, Lean, TQM, etc.) vorgestellt. Durch die Definition eines BPM-Lebenszyklus können die Prozesse den verschiedenen Lebensstatus zugeordnet werden und eine entsprechende Behandlung erfahren.

Prozessmanagement-Organisation
Wie der Titel schon vermuten lässt werden hier verschiedene Rollen und Organisationsstrukturen vorgestellt. Hierbei werden die verschiedenen Unternehmensmodelle verglichen und Empfehlungen für den Aufbau einer prozessorientierten Unternehmensorganisation gegeben.

Unternehmensprozessmanagement
Themen sind das Prozessportfolio-Management und das Bussiness IT Alignment. Es werden verschiedene Prozessreferenz- und reifegradmodelle vorgestellt. Mit einigen Lösungsansätzen werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Reifegrad der Prozesse weiter gesteigert werden kann.

BPM-Technologien
In diesem Wissensgebiet wird versucht  Begrifflichkeiten der BPM-Technologien aufzuräumen. Hiebei wird hauptsächlich in BPM-Application (BPMA) und BPM-Suite unterschieden. Wobei eine Suite die BPM-Systeme (BPMS) beinhaltet. Neben dieser Unterteilung der verschiedenen Applikationen werden geläufige Standards die für BPM relevant sind beschrieben.

Mein Fazit
Anhand der unzähligen Literaturverweise in diesem Buch kann man erkenne, dass man eine ganze Bibliothek nur mit BPM Büchern füllen könnte. Für einen Überblick über das riesige Thema BPM ist das Buch sehr gut geeignet. An einigen Stellen hätte ich mir konkretere Angaben gewünscht, die aber bestimmt an der heutigen Realität scheitern würden (z.B. konkretere Begriffsdefinitionen). Der Aufbau des Buches wirkt schlüssig und auch die Gliederung der einzelnen Wissensgebiete scheint gelungen. Hier gefällt mir, dass zu jedem Wissensgebiet die mitwirkenden Rollen beschrieben sind. Durch die vielen Grafiken und anschauliche Beschreibungen ließt sich das Buch ganz gut.

Ich persönlich werde zukünftig verstärkt darauf achten das meine BPM Vokabular dem BPM CBOK® entspricht, damit mittelfristig ein einheitliches Verständnis zum Thema BPM entstehen kann. Sehr gespannt bin ich auf die Zertifizierung zum CBPP®. Und wie sich das Schulungsangebot hierfür entwickeln wird. Bisher finde ich nur wenige Schulungen die das Thema BPM im allgemeinen betrachten. Aber das ist ein etwas anderes Thema…

Commentary

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Trackbacks

  1. [...] noch kurz erwähnen, dass ich unter anderem BPM als Ganzes vorgestellt habe und mich hierbei an das BPM CBOK angelehnt habe. Ich erläuterte die 9 Wissensgebiete und was jeweils in den einzelnen Gebieten für [...]

    Ein Pfund BPM bitte! « BPM+

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