Ein Pfund BPM bitte!

Im Anschluss an einen BPM-Vortrag, den ich in München gehalten habe, kam es zu einer sehr interessanten Diskussion. Ein Teilnehmer sagte, dass das mit dem Business Process Management ja ganz schön ist, aber ihm war nicht klar, wie ein Unternehmen BPM jetzt einkaufen kann. Wie bekommt man all die schönen Vorteile die man mit BPM hat? Die Frage des Teilnehmers kam etwas unerwartet, aber dennoch zurecht.

Hierzu muss ich noch kurz erwähnen, dass ich unter anderem BPM als Ganzes vorgestellt habe und mich hierbei an das BPM CBOK angelehnt habe. Ich erläuterte die 9 Wissensgebiete und was jeweils in den einzelnen Gebieten für Tätigkeiten anfallen.

Ich denke man kann BPM an sich nicht kaufen. Business Process Management ist unverkäuflich!Man kann aber in den vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern des BPM aktiv werden. Hier ist es möglich sich Wissen ins Haus zu holen wenn es darum geht Prozesse zu modellieren, zu analysieren, zu designen, einzuführen, Change Management zu betreiben, Unternehmen zu restrukturieren, Prozessportfoliomanagment zu betreiben und vieles mehr. Im Common Body of Knowledge werden in jedem Wissensgebiet verschiedene Rollen gefordert und die verschiedensten Techniken und Methoden empfohlen. BPM an sich basiert auf all diesen vielen verschiedenen Einzelteilen und existiert erst durch die Kombination dieser Bestandteile. Genauso wie ein Haus aus verschiedenen Wänden, einem Dach, Fenstern und Türen besteht. Anders herum ist es gar nicht möglich. Es wird nie ein Haus geben bevor nicht alle Einzelteile zusammengefügt worden sind.

Nur ist Business Process Management ein “wenig” komplexer. Man arbeitet in großen Organisationen mit vielen Menschen. Man hat häufig viele verschiedene Prozesse und auch verschiedene Ziele in verschiedenen Bereichen. Hier können die einzelnen Wissensgebiete des BPM weiterhelfen. Je nach Projekt kann man sich mit einzelnen Bausteinen befassen. Je nach Problem müssen verschiedene Techniken angewendet werden. Und das wichtigste und schwierigste dabei ist, das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Es soll ja schließlich ein fertiges Haus entstehen, in dem man zufrieden leben kann.

Wenn all die verschiedenen Bausteine des BPM nicht aufeinander abgestimmt werden entsteht bestenfalls eine wacklige Bruchbude in der man irgendwie zurecht kommt. BPM hilft dabei die einzelnen Bausteine aufeinander auszurichten. So das nachhaltig die gewünschten Ziele erreicht werden können.

Also wie kauft man jetzt BPM ein?
Wenn ein Kunde sich nun entschlossen hat, dass er ab morgen BPM macht, ist zuerst zu klären wie man den Anfangen möchte. Denn als fertiges Päckchen mit einer hübschen Schleife wird es BPM nie geben. Daher sollte man zuerst eine Strategie entwerfen und diese als das große Ganze, als gemeinsames Ziel definieren.

Dann kann man anfangen in einzelnen Bereichen Projekte zu starten, die sich mit den einzelnen Wissensgebieten des CBOK befassen. Man sollte nicht alles auf einmal machen. Man sollte erst in kleineren Projekten Erfahrung sammeln und mit diesem Wissen wachsen und sich an neue Herausforderungen begeben. Oder man versucht konkrete Probleme zu beseitigen. Hierbei sollte man dann die BPM Strategie nicht aus dem Auge verlieren.

Es gibt immer eine günstige, schnelle Lösung die schlecht ist!

Das bedeutet nicht, dass BPM ein riesiges Flaggschiff ist, welches sich in langjährigen Projekten widerspiegelt und Millionen an Euros verschlingt. BPM kann auch agil und flexibel angewendet werden. Das ist sogar die wesentlich bessere Methode. Man verhindert dadurch, dass man sich in immer größer werdenden Problemen verstrickt und irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Es können in den verschiedenen Bereichen schnell Erfolge erzielt werden, Wissen wird aufgebaut und die Performance der Projektteams wächst kontinuierlich. Änderungen können schneller eingearbeitet werden und halten nicht das Gesamtprojekt auf.

Start small, grow big

Man muss sich im klaren sein, das Prozessmodelle NIE vollständig sein werden. Das Prozesse NIE sofort zu 100% alle Aufgaben beinhalten. Aber häufig erzielen schon kleine, schlanke Lösungen und Veränderungen einen Vorteil. Durch agile Vorgehensweisen kann man diese kleine Lösungen anschließend gemeinsam mit dem Kunden weiter ausbauen. Und hierbei ist es wieder ganz wichtig die Strategie nicht zu vergessen. Das Ziel muss klar sein!

Somit kann man sich in kleinen Häppchen die Bauteile für ein schönes “BPM-Haus” kaufen oder selber aufbauen und damit erfolgreich die gewünschten Ziele erreichen.

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