Chancen und Risiken des Zero-Coding-BPM

Es existieren mittlerweile einige gute BPM-Systeme und -Suiten die es ermöglichen Prozesse komplett ohne Programmierung zu realisieren. In einigen Tools wird mehr modelliert und in anderen eher konfiguriert. Durch die stetige Verbreitung anerkannter Standards (von WebServices, über BPEL und auch BPMN) haben auch die Software-Hersteller eine immer breitere Basis auf denen ihre Tools aufgebaut werden können.

Doch wo liegen die Chancen und Risiken der auf dem Markt existierenden Zero-Coding-Lösungen? (weiterlesen …)

Agiles BPM – viele Fragen

Nach dem dritten Workshop zum Thema agiles BPM gibt es wieder neue Fragen, für die es eine Antwort zu finden gilt. Zum einen haben wir unseren Fokus erweitert. Wir betrachten jetzt nicht mehr nur Scrum. Wir werden nun einzelne Aspekte von Agilität auf ihre Anwendbarkeit in BPM-Projekten prüfen.

Die These, das agile Techniken, Vorgehensmodelle, Prinzipien und Glaubensansätze in BPM Projekten einen Vorteil gegnüber klassischer Methoden haben steht immer noch. Vor allem im Punkt Geschwindigkeit und Flexibilität unterstützt die “Agilität” dabei BPM-Projekten erfolgreich durchzuführen.

Um diese These zu prüfen haben wir (Jakob Freund von camunda, Christian Weiss von oose, Martin Bartonitz von Saperion und ich von Seven Principles) uns anhand der Strukturen, die Christian in seinem Video aufzeigt weiter mit dem Thema beschäftigt. Hierbei haben wir wieder einmal festgestellt, dass die Projekte zum Thema BPM sehr sehr unterschiedlich sein können. Selbst wenn wir uns auf einen einfachen sehr IT-nahen Prozess festlegen. Die heutigen Technologien gehen von einer immer noch sehr programmierintensiven Durchführung (z.B. mit jBPM) bis hin zum Zero-Code “Entwicklung” (z.B. Intalio oder  inubit). Diese Unterschiede spiegeln sich natürlich in der Betrachtung welche agilen Komponenten sinnvoll eingesetzt werden können wieder.

Die für mich aktuell spannenden Fragen sind:

  • Wie gehe ich mit Iterationen im Bereich Zero-Coding BPMS um?
  • Worauf muss ich bei den Iterationen achten wenn diverse Schnittstellen betroffen sind?
    • Sind hier Interface Contracts und ein Enterprise Service Bus sinnvoll?
  • Ist es ggf. sinnvoll im BPM 2.0 Ansatz Prototyping anzuwenden?
  • Worauf muss ich achten wenn ich in meinen Iterationen einen hohen Grad an Abhängigkeit zu “Drittsystemen” habe? (z.B. wenn man auch Schnittstellen angewiesen ist ,die man konsumieren möchte, aber auf den Zugriff, bz. die fertigstellen nur bedingten Einfluss hat)
  • Wie kann man Projekte sinnvoll zerlegen? Wenn zu meinem Prozess z.B. noch eine GUI entwickelt werden muss, dann ist diese GUI-Entwicklung doch wieder ein klassisches Entwicklungsthema im BPM-Projekt
  • Wie behandelt man Change Requests im BPM-Projekt? Vor allem wenn diese CRs einen erheblichen Einfluss auf den Prozessablauf haben.

Bei diesen ganzen Überlegungen befinde ich mich wieder sehr nah an IT-Projekten. Es ist aber immer wieder wichtig zu erwähnen, dass der IT Anteil in BPM-Projekten häufig nur 20% des Gesamtprojekts ausmacht.