Burnout durch falsches Prozessmanagement

Vor einigen Tagen habe ich einen Vortrag von Frau Dr. Siebecke (Zentrum für Burnout-Prävention, Uni Dortmund) gehört. In Ihrem vortrag wurde speziell das Thema Burnout in der IT Branche angesprochen. Während des sehr interessanten Vortrages ist mir eine Grafik ganz besonders aufgefallen. Das Thema der Grafik war die Belastungssituation in Innovationsprozessen (leider finde ich diese Grafik nirgendwo im Internet). Hier wurde von den passiv betroffenen Personen die Belastung durch Prozess- und Verfahrensänderungen als stark belastend bewertet. Stärker belastend war nur noch Projekte zur Reorganisation von Unternehmen.Die Personen die an der Umsetzung eines Prozessmanagement-Projektes beteiligt sind sind wesentlich weniger belastet als die Personen die von einer Prozessänderung betroffen sind. Ich finde als Projektmanger in einem Prozessprojekt sollte man sich dieser Belastung bewusst sein. Woran könnte das liegen?

Prozessmanagement führt häufig zu Prozessänderungen. Die betroffenen Personen müssen sich ggf. von gewohnten Abläufen und Verfahren verabschieden. Gewöhnung und Routine schaffen ein Gefühl von Sicherheit. Durch eine Änderung der Prozesse kann ein hohes Maß an Unsicherheit erzeugt werden. Wenn betroffene Personen nur unzureichend über ein Prozessmanagementprojekt informiert und bei den Entscheidung “wie” man einen Prozess verbessern kann außen vor gelassen werden ist dies eine besondere Belastung. Diese Belastung kann sich schnell in einem enormen physischen Stress widerspiegeln. In der Regel sind es auch keine kleinen Stressspitzen, die ein gesunder Mensch locker weg steckt. Projekte im Umfeld des Prozessmanagement dauern schon gerne mal ein paar Monate oder Jahre. Und so kann die Unsicherheit und der daraus resultierende Stress sich manifestieren und zu einem Burnout führen.

Daher ist Change Management ein wichtiger Bestandteil des Prozessmanagement.

Mit Change Management ist nicht die Definition nach ITIL gemeint, sondern das Managen von Veränderungen in Organisationen (siehe Veränderungsmanagement). Um die Unsicherheit bei betroffenen Personen auf ein Minimum zu reduzieren ist es notwendig eine offene und ehrliche Projektkommunikation zu etablieren. Betroffene Personen sollten in wichtige Entscheidungen mit eingebunden werden. So getroffene Entscheidungen stoßen auf eine größere Akzeptanz und reduzieren die Unsicherheit. Daher ist es wichtig, dass bei größeren Prozessmanagement Projekten auch ein solides und durchdachtes Change Management durchgeführt wird. Um Stress zu reduzieren und so einen Burnout bei den Mitarbeitern zu verhindern.

Commentary

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  1. 1. Februar 24th, 2011

    Es freut mich, dass Sie den Vortrag interessant fanden. Die Abbildung, die Sie vermutlich meinen, stammt aus dem Projekt PräGO. Sie finden sie in der Projektbroschüre auf Seite 9:

    http://www.praego.net/files/pdf/PraeGO-Broschuere.pdf

    Dagmar Siebecke

Trackbacks

  1. [...] werden. Denn grade Prozessveränderung führen bei vielen Mitarbeitern zu erhöhtem Stress (siehe Artikel Burn-Out durch falsches Prozessmangement). Als Prozessmodellierer ist man auf das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter angewiesen. In [...]

    Prozesslandkarte erstellen « BPM+

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